Karl-Heinz Dautz Unternehmerberater & Zielcoach 
                                                                                                                       

Hier stelle ich von Zeit zu Zeit interessante Beiträge aus meinen Beratungsfeldern ein, sowie Kolumnen und Interviews von mir, die veröffentlicht wurden.

Sollte Ihnen ein Beitrag gefallen, freue ich mich über  eine Empfehlung in Ihrem Netzwerk 

und auf Xing oder LinkedIn:

 

Empfehlen

Empfehlen

09. April 2019, 15:25

Digital Detox als Geschäftsmodell?

Digital Detox

Die Digitalisierung ist allgegenwärtig und niemand kann sich ihr entziehen. In unserem Umfeld haben immer mehr Gegenstände einen Computer-Prozessor oder irgendwelche digitalen Chips zur Kommunikation mit uns, mit unserem Smartphone, dem Internet oder, oder, oder…
Jeder Mensch und jedes Unternehmen, wird quasi gewollt oder nicht, zur Digitalisierung gezwungen.
Ist das wirklich so?
Entziehen kann man sich dem digitalen Wandel sicherlich nicht. Weder als Mensch, Kunde, Mandant, Klient, Patient oder als Dienstleister und Unternehmer. Aber jede Bewegung hat auch Ihre Gegenbewegung. So beobachte ich zunehmend Menschen, die sich von der digitalisierten Welt, der Geschwindigkeit, der unpersönlichen, distanzierten Kommunikation mental und auch gesundheitlich belastet fühlen. Und das sind nicht nur ältere Menschen, die sich nicht mehr damit auseinandersetzen möchten, sondern gleichwohl auch junge Menschen, die, wo es möglich ist, nach Gegenentwürfen suchen.
Nun kann man als Unternehmen den großen Spielern in der eigenen Branche hinterherlaufen und viel Geld in neue Technologien stecken, um den POS digital attraktiv zu gestalten. Ich kann aber auch mit einem Gegenentwurf eine bisher noch nicht groß in Erscheinung getretene Kundengruppe ansprechen. Ich kann mich differenzieren und damit eine große Chance wahrnehmen.
Überall gibt es diese Nischen auch jetzt schon. So gibt es Hersteller die solche Gegenentwürfe in manchen Branchen schon bedienen. Das Beispielsweise gibt es nach wie vor eine Schallplattenindustrie und Hersteller von Plattenspielern.
Unsere Smartphones ersetzen Fotoapparate und gleichzeitig gibt es wieder die Nische, in der Spiegelreflexkameras und vielerlei Objektive und Fotografie-Seminare angeboten werden.
Wer genau hinschaut kann noch eine Vielzahl solcher Gegenentwürfe beobachten. Unter dem Begriff „Digital Detox“ wird man in einer Suchmaschine schnell fündig. Da gibt es Digital-Detox- und Offline Hotels genauso wie Digital-Detox-Kreuzfahrten. Digitale Entschlackungskuren und vieles mehr.
Wer für seine Branche den Kunden im Blick hat, wird auch hier Differenzierungs- und Profilierungsmöglichkeiten finden. Der Gegenentwurf zu Chat- und Service-Bots sind dann eben wieder echte, freundliche, bemühte Menschen mit Kompetenz und Erfahrung im Kundenservice. Dann investiert man in Menschen und nicht in Technologie – ganz traditionell. Ganz neue Geschäftsmodelle lassen sich mit dieser schnell wachsenden Kundengruppe entwickeln.
Ich kenne Menschen die gerne in einem Offline-Gartencenter einkaufen würden. In einer grünen Oase der Ruhe, ohne Handy-Empfang und ohne WLAN. Keine Bildschirme, keine sichtbare Elektronik. Handgemachte Hintergrundmusik auf einer Harfe oder Gitarre. Nur Stille und Blütenduft. Ein Ruheerlebnis und dabei Pflanzen kaufen. Einfach mal 2-3 Stunden entspannen im Gartencenter.
Sortiment und Angebot wären konsequent auf diese Zielgruppe ausgerichtet. Vielleicht sind alle Artikel ohne Elektronik, Funk oder Akkus? Spindelmäher und Co? Kursangebote zu Digital-Detox-Leben im eigenen Garten? Zugegeben das ist radikal! Oder wäre das schon ein Gamechanger? Ich bin gespannt ob wir so ein Gartencenter bald irgendwo besuchen können. Würden Kunden als Gäste und Ruhesuchende vielleicht sogar gerne Eintritt dafür bezahlen? Und wie müsste ein Gartencenter aussehen, in dem man Eintritt nähme?

Lassen Sie uns über Ihre Strategie sprechen! Gerne auch persönlich, freundlich mit Kompetenz und Erfahrung!

(Autor: Karl-Heinz Dautz)

Redakteur




19. Juli 2018, 17:41

"Bullshit-Bingo der Digitalisierung" 01/2018 Autor: Karl-Heinz Dautz

Bullshit-Bingo der Digitalisierung
 
Wir haben gerade die diesjährige CCW (Call Center World) besucht. Wie jedes Branchenevent ist das ein „Klassentreffen“ der Fachleute unter sich. Eine eigene Welt mit eigener Terminologie und eigenem Selbstverständnis. Ich kenne viele Branchen und natürlich kann man das mehr oder weniger auf jede Branche übertragen. Aber diese Branche ist von einem Großteil der möglichen Zielgruppe bzw. vom Potential, von vielen Unternehmen kommunikativ meilenweit entfernt.
 
Dort werden inflationär Begriffe verwandt wir AI und KI (Künstliche Intelligenz), Machine Learning, Internet der Dinge (IOT), Customer Experience (CX), Workforce Management (WFM), Cloud, Customer Journey, Multi-Channel, Omni-Channel, Machine Learning, Convolutional Neural Network, Frontend, Backend und und und.
 
Mindestens außerhalb dieser Branche weiß wohl kaum jemand so genau was das für ihn, seinen Arbeitsplatz, sein Unternehmen jetzt und in naher Zukunft konkret bedeutet. Was ist (noch) Science Fiction und was kann ich heute schon konkret nutzen? Wo konkret kann ich was heute schon ertragswirksam einsetzen? Welche Basis, organisatorisch und infrastrukturell, benötigt ein Unternehmen, um das heute schon Mögliche auch zu nutzen? Wo haben die Entwicklungen, beispielsweise datenschutzrechtlich, heute schon Auswirkungen auf mein Unternehmen?
 
Wird Künstliche Intelligenz die menschliche Arbeitskraft kurz- und mittelfristig überflüssig machen? Ich sage deutlich nein! Es wird natürlich Veränderungen geben, aber Experten rechnen damit das frühestens 2040 / 2050 die Künstliche Intelligenz einen menschenähnlichen Entwicklungsstand erreicht haben könnte. Trotzdem ist der aktuelle Entwicklungsstand heute schon unterstützend einsetzbar. Sei es um Kosten zu senken oder einfach nur schneller oder effizienter zu werden oder Mitarbeiter zu unterstützen bzw. die Qualität zum Kunden zu verbessern - Künstliche Intelligenz als Assistenz des Menschen, nicht als Ersatz!
 
Schon 2013 hat das Ministerium für Bildung und Forschung ein Zukunftsbild für 2025 entworfen. Soweit weg ist das nicht mehr. (Quelle: https://www.bmbf.de/pub/​Zukunftsbild_Industrie_4.0.​pdf )
 
Im bisherigen Kabinett beschäftigten sich fast 500 Mitarbeiter in 76 Abteilungen mit der Digitalisierung. Auch im aktuellen Koalitionsvertrag nimmt das Thema einen großen Raum ein. (Quelle: https://ha-epaper.s4p-iapps.com/article/​752a566793ce4cc157713066a834​c959a8767b59d30ef5ac2a1cb24a​67fe9c0c)
Es geht um die Wettbewerbsfähigkeit jedes einzelnen Unternehmens in Deutschland.
 
„Derzeit weisen gerade einmal 22 Prozent aller befragten Unternehmen einen hohen Digitalisierungsgrad ihrer vertikalen und horizontalen Wertschöpfungsketten auf. In den nächsten fünf Jahren soll sich dieser Anteil auf ca. 83 Prozent vervierfachen. Prinzipiell vereinfacht die zunehmende Digitalisierung das Auslagern vieler Geschäftsprozesse entlang der Wertschöpfungsketten“
(Quelle: http://www.digitale-technologien.de/DT/​Redaktion/DE/Downloads/​Publikation/autonomik-40-studie-markttperspektiven-broschuere.pdf;​jsessionid=E410DEF71599ACAC6​8E0C93689C5B4F8?​blob=publicationFile&v=3 )
 
Haben Sie schon einen explizit für das Thema Verantwortlichen benannt? Gibt es schon ein vorbereitendes Projekt, welches sich mit diesem Thema beschäftigt – mit einem klaren Datum für den Beginn einer auf Ihr Unternehmen abgestimmten Digitalisierungsstrategie?
 
Im Übrigen ist das Thema Digitalisierung oder Industrie 4.0 absolute Chefsache. Denn zum einen betrifft die Digitalisierung direkt die Zukunft jedes Unternehmens zum anderen ist alles mit der Digitalisierung in Zusammenhang stehende auch unmittelbar Changemanagement bzw. hat mit tiefgreifenden Umstrukturierungen zu tun. Viele Entscheider fokussieren immer noch primär auf Kostensenkung. Dabei geht es in erster Linie um neue Geschäftsmodelle und nicht selten sogar um Existenzsicherung oder mindestens um den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit.
 
Gerade für KMUs wird Digitalisierung auch dadurch interessant, wenn Sie Teil eines größeren Wertschöpfungsprozesses sind. So könnten Kunden oder Lieferanten im Rahmen der Wertschöpfungskette die Einbindung in digitale Prozesse und damit in ein großes digitales Netzwerk fordern. Bereiten Sie sich darauf heute schon vor?
 
Was ist für Ihr Unternehmen heute schon machbar oder umsetzbar? Womit können Sie starten? Was ist heute schon technisch möglich und erprobt? Welche Vorrausetzungen sind notwendig?
Es ist nicht damit getan eine App zu entwickeln, einen Online-Shop oder einen Chatbot einzusetzen. Wie so oft ist ein zukunftsfähiges Gesamt-Konzept entscheidend für den Erfolg.
Für mich ist es unglaublich spannend, aktiv und gestaltend, als Zeitzeuge Teil der 4. Industriellen Revolution zu sein und die daraus resultierenden Chancen und Entwicklungen zu sehen und zu nutzen.

Sprechen Sie mich gerne als Ihren Digital-Lotsen an!

Karl-Heinz Dautz

Redakteur