Karl-Heinz Dautz Unternehmerberater & Zielcoach 
                                                                                                                       

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11. Februar 2019, 11:18

TASPO Kolumne "Die Braut hübsch machen!" Autor Karl-Heinz Dautz

veröffentlicht in der TASPO Gartenmarkt N.5 / 08.Februar TASPO Nr.6


Die Braut hübsch machen!
In jedem Gespräch mit Unternehmenslenkern kommt man schnell auf das Thema fehlende Fach- und Führungskräfte. Überall macht sich dann schnell Resignation und Ratlosigkeit breit. „Ich habe schon alles versucht, um meine Stellen zu besetzen!“ höre ich in diesem Zusammenhang immer.
Wir sind doch aber Unternehmer und keine Unterlasser! Wir müssen Lösungen finden! Ist Ihr Unternehmen beispielsweise hübsch, attraktiv und sexy genug für die Ansprüche der benötigten Fach- und Führungskräfte?
Bei einer Arbeitslosenquote von rund 5% und damit nahezu Vollbeschäftigung ist das kein leichtes Unterfangen. Dabei gibt es zwei Probleme:
Erstens, es gibt die benötigten Mitarbeiter mit einem bestimmten Qualifikationsprofil momentan nicht und nirgends.
Und das zweite schneller zu lösenden Problem: es gibt diese in meinem Unternehmen dringend benötigten Menschen! Sie arbeiten nur woanders, arbeiten nicht, nicht mehr oder noch nicht! Um diese zweite Herausforderung soll es in diesem Beitrag gehen. Tun Sie wirklich alles um Ihre Unternehmens-Attraktivität zu steigern und diese Suchenden anzusprechen?
Durch die Auswirkungen der Digitalisierung, der Globalisierung und den gesellschaftlichen Veränderungen, auch durch die jüngeren Generationen, sowie durch demografische Faktoren haben wir es mit einem Wechsel vom Nachfrage- zu einem Anbietermarkt zu tun.
Heute müssen die Unternehmen sich bei den Bewerbern qualifizieren! Das hat auch, aber nicht nur, mit dem Lohn- und Gehaltsniveau zu tun. Höhere Gehälter sind nur ein kleiner, längst nicht der entscheidende Teil der Lösung.
Viel entscheidender ist es daher die Braut hübsch zu machen! Vor einer Hochzeit kommt es (hoffentlich) nicht auf den finanziellen Status des zukünftigen Ehepartners an. Auch ein schickes Outfit oder ein Brautkleid sind für die Entscheidung in der Partnerwahl wohl meist eher nachrangig.
Wie steigere ich also die Attraktivität meines Unternehmens, um von den Bewerbern überhaupt wahrgenommen zu werden? Zunächst einmal ist es spannend die einzelnen Aspekte des Attraktivitäts-Profils zu identifizieren, um diese dann gezielt im Rahmen eines Arbeitgebermarketings einzuführen bzw. zu verbessern. Das kostet Geld und Zeit und beinhaltet auch Fehlschläge.
Jeder weiß heutzutage wie wichtig positive Empfehlungen unserer Kunden sich auf unser zukünftiges Geschäft auswirken und wie wichtig es ist Bestandskunden zu wertschätzen. Tun wir das auch (ausreichend) mit unseren Mitarbeitern? Kennen Sie Ihre Bewertungen bei den gängigen Arbeitgeber-Bewertungsportalen im Internet? Kennen Sie diese überhaupt? Kununu / Xing, meinchef, Jobvoting, Jobvote, Companize, glassdoor sind solche Portale. Und einige gewinnen an Bedeutung durch Einbindung in größere Internet- und Medienkonzerne.
Sie stehen „glücklicherweise“ gar nicht in einem dieser Portale? Denken Sie mal darüber nach! Wer nicht im Internet präsent ist, den gibt es für viele Bewerber auch gar nicht! Ich kann mich über schlechte Bewertungen ärgern und sie verurteilen. Ich kann sie aber auch analysieren und daraus lernen, was potentielle Arbeitgeber erwarten und suchen. Bewerber recherchieren heute alles über das Unternehmen und erstellen sich damit ein Bild – Sie sollten mit-entscheiden was Ihre Bewerber über Ihr Unternehmen finden!
In diesen Portalen informieren sich Mitarbeiter und Suchende über Arbeitsbedingungen, Gehälter, Führungskultur, Bewerbungsprozesse, Anspruch und Wirklichkeit und vieles mehr aus. Beachten sie, dass über die Social-Media-Kanäle der Austausch dann auch aus den Portalen heraus privat und anonym weiter geführt wird. Die Welt lebt von Bewertungen!
Nebenbei gesagt, seine Mitarbeiter zu positiven Bewertungen zu „nötigen“ ist nicht der richtige Weg und zeigt eher, dass die Komplexität dieser Herausforderung nicht verstanden wurde.
Auch negative Bewertungen können sie durch geschickten Umgang damit professionell positiv für ihr Marketing umfunktionieren und nutzen. Bewertungen sind immer nur eine subjektive Wahrnehmung eines Einzelnen und damit auch manchmal unsachlich, falsch, unehrlich, oder polemisch. Es werden dort sogar Firmengeheimnisse direkt oder indirekt veröffentlicht. Gehen sie damit sachlich und emotionsfrei in der Öffentlichkeit um? Machen Sie Gesprächsangebote? Oftmals bieten diese Portale sogar die Möglichkeit zur Gegendarstellung oder des Bedauerns - Nutzen sie das? Auch das zahlt auf Ihre Popularität ein.
Zur Attraktivität Ihres Unternehmens gehört auch die Story! Und damit meine ich nicht, bzw. nicht nur, die Historie. Welchen Zweck / Sinn verfolgt das Unternehmen mit seinen Produkten und Dienstleistungen? Welche aktuell modernen Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten bietet ihr Unternehmen? Gibt es Wiedereinstiegsmodell für junge Eltern? Gibt es Möglichkeiten für Inklusionsjobs oder eine Zusammenarbeit mit Berufsbildungsstätten?
Nutzen sie die „neuen“ Technologien? Kann sich ein Mitarbeiter leisten in ihrem Unternehmen zu arbeiten, ohne den Anschluss an die technologische Entwicklung für nachfolgende Arbeitgeber zu verlieren?
Entsprechen Ihre Führungskultur, Ihr Entlohnungsmodell, Ihre Arbeitszeit- und Arbeitsort-Regelungen den Ansprüchen der benötigten Fach- und Führungskräfte? Und um im Thema dieses Beitrages zu bleiben: können Bewerber diese Informationen im Internet finden? Und werden diese Informationen auch von unabhängigen Portalen validiert, oder stehen diese Informationen „nur“ auf Ihrer eigenen Homepage?
Mittlerweile gibt es Hitlisten und Top/Flop-Listen über Unternehmen im Internet. Auf den ersten drei Plätzen landet man nicht zufällig – weder positiv noch negativ. Gerade im Mittelstand ist diesbezüglich noch großes Potential zur Differenzierung und zur Profilierung zur Verbesserung der Personalbeschaffungssituatio​n möglich. Die eingesetzten Investitionen an Geld und anderen Ressourcen stehen den langfristig oftmals erheblich höheren Kosten entgegen, die durch fehlende Fach- und Führungskräfte entstehen werden!
Erhalten sie die Wettbewerbs- und ihr Zukunftsfähigkeit ihres Unternehmens, machen Sie die Braut hübsch, sexy und in allen inneren Attributen attraktiv im Internet auffindbar!

Karl-Heinz Dautz

Redakteur




09. Januar 2019, 18:17

TASPO Kolumne "Der eigene Blinde Fleck" Autor Karl-Heinz Dautz

veröffentlicht in der TASPO Gartenmarkt Nr.6 vom 04. Januar 2019 / Taspo 1 /2019


Der eigene Blinde Fleck

Branchen und Unternehmen sind häufig wie eine umzäunte Wiese. Wie ein abgeschlossenes Areal mit nur wenigen bewachten Ein- und Ausgängen. Alle Personen innerhalb wissen was geht oder nicht geht. An den Ein- und Ausgängen stehen wachend ein paar starke Meinungsführer für die „richtige“ Meinung. Weil es ja für alles jemanden gibt oder gab der das schon mal probiert hat oder zumindest schon mal auf Machbarkeit und Sinnhaftigkeit bewertet hatte.

Alle leben nach Regeln, Weisheiten und Gesetzen die innerhalb dieses Gatters entstanden sind, bzw. erstellt wurden.
Das Problem, oder aber genau die große Chance, ist das außerhalb des Gatters niemand diese Gesetze kennt oder zumindest wird sich niemand daran halten. Das ist für die Wiese zugleich bequem und gefährlich.

In der heutigen Zeit entstehen neue Märkte, Dienstleistungen oder Produkte zunehmend außerhalb dieser bekannten umzäunten gedanklichen und oftmals sogar moralischen Wiese unseres Unternehmens oder unserer Branche. Das nennt man dann disruptiv.

Chancen entstehen aber genau da, wo sonst niemand hingeht. Oder wo jemand aus Versagensangst nicht mehr hingeht. Wenn eine Idee vor vielleicht 10 Jahren krachend unter Spott und Häme des Wettbewerbs gescheitert war, kann sie heute, vielleicht verbunden mit einer anderen Idee und oder neuer Technologien der Schlüssel zum Erfolg sein.
Vielleicht ist heute ein besseres Team mit der Umsetzung dieser Idee betraut oder die (technologischen)Rahmenbedin​gungen sind schlicht besser als vor zehn Jahren.

Gleich und gleich gesellt sich gerne sagt der Volksmund. Neue Mitarbeiter werden fast immer branchennah oder zumindest mit „Stallgeruch“ gesucht. Das ist vergleichsweise einfach und vermeintlich sicher.

Genau dieses Verhalten fördert aber den eigenen Blinden Fleck. Genau hier sind wir auch bei dem Begriff Führung und Führungskultur. Ist es wirklich notwendig, dass eine Führungskraft aus "dem eigenen Stall" kommt? Was soll eine Führungskraft denn wirklich tun? Sie soll Teams erfolgreich führen, um Ziele zu erreichen die in der Zukunft liegen und deren Ergebnisse im Unternehmen in der Regel niemand kennt. Das dafür notwendige branchenspezifische Fachwissen ist doch normalerweise zur Genüge durch hochspezialisierte Fachkräfte im Unternehmen vorhanden. Holen Sie sich zur Zielerreichung Menschen, die den Blinden Fleck der Branche oder des Unternehmens erhellt sehen können. Stehen sie den Ideen und Vorschlägen, die von diesen Menschen kommen, positiv und unterstützend entgegen und schaffen sie sachliche objektive Räume der Bewertung und Entscheidung.

Der blinde Fleck lauert überall! Das kann neben der Branche auch eine Veränderung der Werte und Tugenden sein, die nur jemand aus einem anderen Kulturkreis oder einer anderen Generation wahrnimmt. Oft wird der "Blinde Fleck" als Schwäche erklärt, die man nicht wahrnehmen möchte, oder als Diskrepanz zwischen Selbst- und Fremdeinschätzung. Das gehört meiner Meinung zwar auch dazu, ist aber letztlich nur ein kleiner Teil dessen was den Blinden Fleck ausmacht.

Der Blinde Fleck entsteht letztlich ja nicht durch Schwächen, sondern durch Erfolg. Um Erfolg zu haben braucht es einen klaren Fokus auf Ziele. Dazu gehört es, alles was nicht direkt zur Erreichung des Zieles gehört, aus dem Fokus zu nehmen. Das ist notwendig und richtig. Wenn der Erfolg da ist, arbeitet die ganze Organisation dann fokussiert am Erhalt des Status Quo. Genau hier macht es Sinn organisatorische Strukturen aufzubauen, die sich parallel ohne Scheuklappen mit den Schnittstellen und Randbereichen befasst. Wir brauchen Menschen und Prozesse, die den Fokus strukturiert auf die Erhellung des Blinden Flecks legen.

Sorgen Sie für einen ständigen "frischen" Input in allen Unternehmensbereichen:

Eine gute Personalpolitik und ein Personalentwicklungsplan sorgen für eine ausgewogene Altersstruktur auf allen Organisationsebenen bspw. über AzuBI und Trainee-Programme. So kommen durch junge Menschen neues Wissen, neue Erwartungen und Haltungen ins Unternehmen.

Investieren Sie die Zeit Messen zu besuchen, gerne auch international, die vermeintlich überhaupt nichts mit Ihrem Geschäft zu tun haben. Sie werden staunen, wie inspirierend, spannend und informativ das sein kann. Die Investition in Zeit und Geld lohnt sich schon, wenn sie nur eine neue Idee oder Inspiration bekommen haben. Waren Sie schon einmal auf einer Digitalisierungsmesse?

Bitten Sie Geschäftspartner, Kunden und Lieferanten Ihnen "Input" im eigenen Interesse zu geben. Und zwar nicht nur das angenehme positive Feedback. Nutzen Sie die Möglichkeiten der quantitativen Marktforschung oder sogar noch besser auch der qualitativen oder morphologischen Marktforschung, um Veränderungen der Gesellschaft oder der Erwartungshaltungen Ihrer Kunden und Mitarbeiter zu erkennen.

Informieren sie sich über Start Ups? Die machen auch nicht alles richtig – aber die haben oft sehr gute Ideen und Ansätze, für die sie vielleicht schon die besseren Strukturen, die Erfahrung oder auch Umsetzungsmöglichkeiten haben.

Klettern Sie mal über den Zaun Ihrer Wiese und erkunden Sie was es da draußen noch so gibt!


Karl-Heinz Dautz

Redakteur




12. November 2018, 11:56

TASPO Kolumne "Das E-Mail Dilemma" Autor Karl-Heinz Dautz

veröffentlicht in der TASPO Gartenmarkt vom 09. November Nr.5 / Taspo 45


Das E-Mail-Dilemma

Am 03.08.1984 wurde in der Universität Karlsruhe wohl zumindest in Deutschland die erste E-Mail empfangen.
Seitdem hat sich unsere Kommunikation privat wie geschäftlich sehr verändert. Die Einführung der E-Mail hat auch in nicht unerheblicher Weise unsere Arbeit beeinflusst. Die Kommunikation ist vielfach schneller und direkter geworden. Prozesse sind deutlich beschleunigt worden, da man beispielsweise nicht mehr auf den Postweg angewiesen war. Wichtige Informationen können in großer Menge als Anlage angehängt werden.

Kurz gesagt: ist die E-Mail ein hervorragendes Kommunikationstool, wenn es vernünftig angewandt wird. Heute sind Messenger, SMS und andere Online-Kommunikationstools für mich weitgehend synonym zu sehen. Mit dem Unterschied das SMS, Whats App oder ähnliche Tools noch schneller und präsenter sind und mit noch weniger Zeichen auskommen sollen und dann teilweise auch noch mit Emoticons versehen sind, bei denen die Bedeutung auch höchst unterschiedlich interpretiert wird. Durch diese schnelle und direkte Form der Kommunikation erreiche ich den Adressaten auch häufig in seiner Freizeit oder in anderen eigentlich geschützten Räumen - das erfordert eine spezielle Verantwortungsübernahme von Vorgesetzten und Führungskräften.

Aber auch die E-Mail-Kommunikation hat sich natürlich, während der Jahre, nachteilig verändert. Es wird häufig schneller geschrieben und versandt als gedacht.
Durch diese Entwicklungen gehen Effektivität, Produktivität, Kollegialität und letztlich auch Kundenservice verloren.
Warum? Weil Kommunikation wesentlich mehr ist, als ein paar Daten und Wörter.

Leider vergessen oder ignorieren wir das in unserem täglichen Umgang miteinander zunehmend. Die persönliche, direkte Kommunikation ist sehr komplex und besteht aus Sprache, den genutzten Wörtern und der jeweiligen Definition von Sender und Empfänger, der Intonation, Mimik, Gestik, Körperhaltung und sogar körpereigenen Duftstoffen und gesendeten Hormonen ab. Und je nach Definition ist diese Aufzählung noch nicht mal vollständig.

Kommunikation ist also schon schwierig genug, wenn man sich gut kennt und sympathisch ist, wenn man über einen einvernehmlichen Sachverhalt bei gleicher Ziel- und Interessenausrichtung und auch noch im selben Raum ohne eine Drucksituation oder Verantwortungseinflüsse persönlich darüber spricht.

Kommunikation ist eine wichtige Form der Wertschätzung und des Respektzeigens und ist nicht nur eine Datenübertragung von Sender zu Empfänger aus Nullen und Einsen.
Uns allen ist häufig nicht klar, dass Wertschätzung und Respekt oder auch der Mangel dessen direkt beim Empfänger meiner Kommunikation ins Unterbewusstsein geht – mit den entsprechenden positiven oder negativen Konsequenzen.
Deshalb sollte man seiner Kommunikation auch mehr Zeit widmen und über den Empfänger, seiner Zielausrichtung, der Persönlichkeit, der Kultur, des Alters, der hierarchischen Stellung, der Sozialisierung, des Bildungsstandes und vielem mehr, lieber einmal öfter nachdenken. In der persönlichen Kommunikation machen die Menschen vieles davon automatisch richtig oder können bei Wahrnehmung gegenläufiger Signale sofort gegensteuern, weil wir diese Form der persönlichen Kommunikation schon von klein auf lernen.

Bei der schriftlichen Kommunikation, speziell der Online-Kommunikation haben wir, von all den möglichen Faktoren einer (erfolgreichen) Kommunikation, nur einen Bruchteil zur Verfügung. Umso wichtiger ist es, diesen wenigen Faktoren mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

In einer Zeit in der alles immer schneller und vermeintlich effektiver wird, in einer Zeit in der der Druck auf jeden einzelnen immer mehr zunimmt, ist das nicht leicht umzusetzen.

In den Büros mancher Unternehmen wird als Zeichen der eigenen Wichtigkeit, die Anzahl der erhaltenen oder gesendeten E-Mails mit Stolz verkündet. Als ob die Unternehmen mit dem Versand von E-Mails Umsatz machten. Nur wenige dieser E-Mails lösen aber tatsächlich einen Sachverhalt endgültig oder tragen auch nur zielgerichtet dazu bei. Der Großteil dieser E-Mails dient oftmals nur dazu, die Arbeit in den Online-Postkorb eines anderen zu verschieben oder unterschiedliche Definitionen, fehlende Informationen und verschiedene Interpretationen auszutauschen oder zu diskutieren. Nicht selten mit einer gereizten, emotionalen Spannung.

Noch schlimmer wird es, wenn Mitarbeiter und Führungskräfte mittels E-Mail untereinander Verantwortungstennis spielen. Sachverhalte werden nicht mehr gelöst oder zumindest final diskutiert, sondern mit Hilfe einer E-Mail oder immer größer werdender Verteiler in andere Postfächer verschoben, also bildlich in ein anderes Feld geschlagen.

Das „funktioniert“ sogar mit Menschen die sich im selben Büro gegenüber sitzen. Beliebt ist es auch unterschiedliche Auffassungen nicht mehr im persönlichen Gespräch zu diskutieren, sondern per E-Mail! Zusätzlich wird dann noch „subtil“ der Vorgesetzte oder der Chef mit in den Verteiler aufgenommen.

Mit wenigen Regeln kann man diese negativen Auswüchse der Kommunikation und damit das Dilemma weitgehend vermeiden.
Kommunizieren Sie so viel wie möglich persönlich und direkt oder mindestens per Telefon. Wenn möglich, versuchen Sie die Menschen persönlich kennen zu lernen mit denen sie anschließend schriftlich kommunizieren. Auch die Kommunikation mittels Videoübertragung, Skype, Facetime etc. ist der reinen schriftlichen Kommunikation vorzuziehen.

Seien Sie sehr sorgfältig in der Formulierung Ihrer Anliegen. Versetzen Sie sich in den Adressaten - haben Sie wirklich alle erforderlichen Informationen mitgeteilt? Löst Ihre E-Mail einen Sachverhalt oder schafft sie neue Probleme?

Wenn Sie große Datenmengen beispielsweise als Excel-Tabelle oder in Form von vielen Dateianhängen versenden, fassen Sie die wesentlichen Aspekte kurz zusammen.

Machen Sie es dem Leser so einfach wie möglich, Ihr Anliegen umfassend und schnell zu verstehen und zu lösen.

Formulieren Sie so klar, freundlich und höflich wie es nur geht. Gerade Auseinandersetzungen und emotional besetzte Probleme sollten möglichst im persönlichen Gespräch gelöst werden. Das ist schon schwierig genug.

Vielleicht hilft die zunehmende Verbreitung von Sprachnachrichten in der Online-Kommunikation wenigstens einige der Schwierigkeiten zu minimieren, auch wenn ich mich persönlich (zumindest noch) nicht damit anfreunden kann.

Autor: Karl-Heinz Dautz

Redakteur




23. Oktober 2018, 13:01

TASPO Kolumne "Haben Sie schon "Digital Natives" im Unternehmen?" Autor Karl-Heinz Dautz

veröffentlicht in TASPO Gartenmarkt vom 12.0kt. 2018 / Nr. 41



Haben Sie schon „Digital Natives“ im Unternehmen?
Eine der wichtigsten Eigenschaften, für einen Unternehmenslenker, ist es Fremd- und Eigenbild nicht allzu weit auseinanderdriften zu lassen. Dies ist umso wichtiger je erfolgreicher diese Unternehmenslenker in der Vergangenheit waren oder immer noch sind.
Niemand widerspricht mehr, wenn der Erfolg der Vergangenheit unberechtigterweise zu viel auf die Zukunft abfärbt. Doch die Projektion in die Zukunft ist besonders im Hinblick auf die Digitalisierung gefährlich!
Ja, einerseits braucht es mutige, konstruktiv kritische Mitarbeiter. Es ist schon schwer genug diese Mitarbeiter zu bekommen und auch zu behalten. Andererseits braucht es auch eine Person als Chef / Chefin die sich selbst ständig hinterfragt. Die nicht nur Ihre Stärken kennt, sondern auch genau weiß was sie nicht weiß oder wo Ihr Wissen nicht mehr ausreichend oder veraltet ist. Eine der größten Hürden für UnternehmerInnen dabei ist das eigene Ego, das es manchmal zu bändigen gilt.
Während früher vielleicht großes Fachwissen, Qualität und eine zuvorkommende persönliche Betreuung in einem geografisch übersichtlichen Gebiet, ein wenig klassische Werbung gepaart mit örtlichen Spenden, unternehmerischem Engagement in der Regionalpolitik, dem Sportverein oder der Freiwilligen Feuerwehr notwendig war, um auf lange Sicht erfolgreich zu sein, so ist das heute bei weitem nicht mehr ausreichend. Heute ist eine umfassende Onlinepräsenz im Internet auf lange Sicht existenziell. Heute muss ich die Kontaktpunkte zu meinem Kunden erst einmal finden und darüber hinaus noch wissen, welchen Kontaktpunkt mein Kunde wann und wofür bevorzugt. Weil die Kunden zur Deckung Ihrer Bedarfe das Haus nicht mehr verlassen müssen.
Genau hier kann man aber Defizite im Mittelstand beobachten. Die Digitalisierung verschiebt und verändert die Märkte, schließt althergebrachte Kontaktpunkte zu Kunden und macht an anderer Stelle neue Kontaktpunkte auf. Jeder Betrieb muss heute umfassend online präsent sein und in diesem Bereich über kompetente Unterstützung verfügen. Heute geht der erste Blick auf die Website eines Unternehmens. Wenn Sie im Internet nicht vertreten sind, dann gibt es Sie nicht!
Unter verschiedenen Begriffen wie Multi-Channel oder Customer Journey entwickeln viele Unternehmen seit Jahren Maßnahmen, mit denen sie versuchen herauszufinden wo und wie und in welcher Sprache sie Ihre Kunden erreichen, wo diese erreicht werden wollen und wie die Kunden das Unternehmen erreichen wollen. Und das Ganze soll dann auch noch bei sinkenden Kosten zu mehr Service, mehr Kundenzufriedenheit und höheren Erträgen führen.
Überall lesen wir über disruptive und schnelleren Veränderungen in allen Branchen. Das bedeutet, mein Wettbewerber eröffnet sein Unternehmen nicht mehr einfach nur in der Nachbarschaft. Nein, er kommt nicht einmal mehr aus meiner Branche! Dieser Wettbewerber macht vielleicht sicher geglaubte Bedarfe Ihrer Kunden überflüssig oder adaptiert diese Bedarfe als Mehrwert auf das eigene Angebot.
Heutzutage kann man Zierfische im Internet kaufen – mit Lebend-Ankunftsgarantie und riesiger Auswahl!
Umso wichtiger ist es für Firmenlenker, auch im stationären Einzel- und Fachhandel, Ihr Eigenbild als Manager und das des Unternehmens im Hinblick auf Zukunftsfähigkeit zu überprüfen!
Und die digitale Präsenz ist nicht nur für Kunden wichtig! Auch die zukünftigen Arbeitnehmer informieren sich fast ausschließlich über das Internet und über Social Media über Berufe und mögliche Arbeitgeber und letztendlich auch über freie Stellen.
Haben Sie persönlich genug Wissen zur Bildung einer Digitalisierungsstrategie? Haben Sie überhaupt schon die Notwendigkeit einer Digitalisierungsstrategie für Ihr Unternehmen prüfen lassen? Haben Sie die richtigen Fachleute für Ihre Digitalisierungsstrategie im Team? Noch ist es möglich sich zu differenzieren und ein klares Profil mit Hilfe einer solchen Strategie aufzubauen. Investieren sie in Technologie und in Mitarbeiter mit entsprechendem Know How.
Machen Sie zur Verringerung von Wartezeiten noch neue Kassen auf? Wussten Sie, dass in manchen Unternehmen die Kunden mit Ihren Smartphones die Artikel selber scannen bevor sie diese in den Warenkorb legen und dann vielleicht auch noch über ein Mobile-Pay-System bezahlen? Diese Kunden steigern auch die Erwartungshaltung Ihrer Kunden Ihnen gegenüber.
Kennen Sie Ihre Customer Journey? Warum sollen Kunden sich durch den Verkehr aufmachen und sie noch stationär besuchen? Welchen Mehrwert bieten Sie Ihrem Kunden stationär? Und können Ihre Kunden sich online von diesem „Warum“, dem „Mehrwert“ und dem speziellen Kundennutzen begeistern lassen? Kann sich Ihr Kunde auf den von ihm bevorzugten Wegen (online) über Ihr Unternehmen interaktiv informieren und mit Ihnen in Kontakt treten?
Haben Sie „Digital Natives“ im Unternehmen und vertrauen Sie diesen „Spezialisten“ Budget und Zeit an, um Ihr Unternehmen auch in diesen Bereichen nachhaltig zukunftssicher zu machen? Viele Unternehmen haben diese „Digital Natives“ und „Social Media-Experten“ schon im Unternehmen ohne es zu wissen.
Suchen Sie den Dialog!

Redakteur




10. Oktober 2018, 11:31

Video: Vortrag "Changemanagement und Führung in digitalen Zeiten - Brauchen wir eine neue Führungskultur?"

„Change Management und Führung in digitalen Zeiten – brauchen wir eine neue Führungskultur?“ Diesem Thema widmete sich Referent Karl Heinz Dautz, Unternehmensberater und Zielcoach, auf der TASPO-Bühne im Forum Gartencafé, welches im Rahmen der spoga+gafa 2018 in Köln stattfand.

https://taspo.de/​gartenmarkt/video-brauchen-wir-eine-neue-fuehrungskultur/

Redakteur




29. August 2018, 10:28

TASPO Kolumne "Werte und Tugenden" Autor Karl-Heinz Dautz

veröffentlicht in TASPO Gartenmarkt Nr.3 / 24. August 2018



Werte und Tugenden

In fast allen Unternehmensgrundsätzen findet sich eine Verpflichtung zu bestimmten Werten und Tugenden. Entweder findet sich einfach ein allgemeines Bekenntnis zu Werten oder ganz spezifisch zu bestimmten explizit genannten Werten wie Ehrlichkeit, Respekt, Zuverlässigkeit, Höflichkeit, Pünktlichkeit, Nachhaltigkeit, Verantwortung für Mensch Familie oder Natur. Und doch sieht die Realität meist anders aus.
Die Chefs großer Automobilkonzerne werden aktuell wegen Betrugsverdacht juristisch zur Verantwortung gezogen, Profi-Fußballer brechen bewusst und trickreich ihre Verträge, Staatschefs vernichten Zusagen und einvernehmliche Verhandlungsergebnisse im Nachhinein durch eine Nachricht bei Twitter. Selbst auf einen Handschlag unter Kaufleuten kann man sich heute nicht unbedingt mehr verlassen. Giftstoffe in unseren Lebensmitteln werden nahezu wöchentlich entdeckt.
Auch in der Werbung wird ohne schlechtes Gewissen gelogen oder es wird der Verbraucher bewusst getäuscht.
Aber auch und vielleicht gerade im Zuge der Digitalisierung ist Vertrauen ein unschätzbares Gut, das es zu schützen und auszubauen gilt. Ist das Vertrauen einmal zerstört, kann es wenn überhaupt, nur sehr langwierig und kostenintensiv wieder aufgebaut werden. Geschäfte werden immer zwischen Menschen gemacht, niemals zwischen Unternehmen.
Wir alle sprechen über den „Werteverfall“, und wir haben alle mehrere Beispiele dafür. Doch mit Tugenden und Werten ist es wie mit Fehlern! Man sieht die Verbesserungspotentiale nur immer bei den Anderen. Die eigenen Werte und Tugenden sind über jeden Zweifel erhaben. Doch für viele endet die Werteorientierung genau da, wo es sie Geld oder andere Ressourcen kostet – doch genau da beginnt doch Werteorientierung erst.
Die kontrollierte Pflege der Werte und Tugenden eines Unternehmens ist aber Markenpflege und damit obligatorisch! Ich behaupte sogar, dass das Vertrauen in bestimmte Werte und Tugenden ein vielleicht unterschätztes Grundbedürfnis unserer Kunden ist. Und gerade hier eröffnen sich Chancen in der Wettbewerbsfähigkeit und für Umsatzwachstum.
Als junger Buchhalter wurde ich mal von dem Geschäftsführer zurecht gewiesen, weil ich einem Kunden eine Doppelzahlung zurück überwiesen hatte, ohne dass der Kunde seinen Fehler bemerkt hätte oder die Rücküberweisung eingefordert hätte. Dem Geschäftsführer war wohl damals nicht bewusst, welche Auswirkungen das jeweilige Handeln beim Kunden haben würde und welche Auswirkungen seine Anweisung solche Gelder nicht unaufgefordert zurück zu überweisen auf die Mitarbeiter in seinem Unternehmen hat. Denken wir in diesem Zusammenhang an Diebstahl, Unterschlagung und Korruption in unseren Unternehmen. Der Unternehmer oder Geschäftsführer ist mit seinen täglichen Worten und Taten der Maßstab für die Werte und Tugenden in einem Unternehmen.
Doch neben der Vorbildfunktion des Managements kann man die (Ertrags-)Potentiale, die die Einhaltung von Werten und Tugenden bieten, auch strukturiert organisatorisch nutzen und ausbauen.
Starten Sie beispielsweise eine Arbeitsgruppe die sich dauerhaft, nicht nur einmalig, mit den Werten und Tugenden des Unternehmens auseinandersetzt und sie auch aktiv im täglichen Gebrauch diskutiert und überprüft. Installieren Sie eine offene, konstruktive Diskussion im Unternehmen mit dem Ziel dauerhaft und wirksam Ihre Werte und Tugenden als Investition in Ihre Zukunft als existenzielles Gut zu wahren.
Auch für die Zukunftsfähigkeit Ihres Unternehmens kann es vorteilhaft sein, Werte und Tugenden in Ihren Prioritäten für die Kunden von Morgen zu antizipieren und das Unternehmen danach offen und transparent medial auszurichten.
Doch werden Menschen oder Unternehmen und Marken nicht (nur) nach bunten Bildern und markigen Worten, sondern nach Ihren Taten beurteilt! Gehen Sie einfach mal mit der Wertebrille durch Ihr Sortiment oder Ihre Produkte oder Dienstleistungen. Würden Sie alles vorbehaltslos auch Ihrer Mutter, Ihrer Tochter, Ihrem Sohn oder bestem Freund / Freundin verkaufen? Ist wirklich jede Pflanze absolut gesund, qualitativ anspruchsgerecht? Das ist der Anspruch Ihrer Kunden, die oft keine Fachleute sind und die Ihnen genau deshalb vertrauen.
Bestimmte Tugenden, wie beispielsweise Höflichkeit und Respekt, benötigen keiner schriftlichen Darstellung. Denn das merkt jeder beim ersten Kontakt mit einem Unternehmen.
Durch Globalisierung, Migration und Digitalisierung müssen wir uns sehr viel genauer überlegen wen wir wo und wie ansprechen wollen. Dadurch steigen die Chancen und die Risiken. Globalisierung und Internationalisierung verändern auch die Wertelandschaft aus Sicht der Kunden und Anbieter. Das Gleiche passiert in großem Umfang durch den immer größer werdenden Migrationsanteil in der Bevölkerung. Wir sehen das auch schon heute in veränderten Wertesystemen unserer nachfolgenden Generationen XYZ. Diesen Veränderungen müssen wir in unserer Vertriebskommunikation und Werteausrichtung Rechnung tragen.
Die authentische Konzentration auf die Hauptwerte eines Unternehmens macht den Unterschied und bestimmt den Erfolg.

Werte und Tugenden-Bild.jpg

Redakteur




07. August 2018, 11:17

Interview "New Work" auch im Gartencenter?

06.08.2018, erstellt von Renate Veth / TASPO GartenMarkt mit Karl-Heinz Dautz

Quelle: https://taspo.de/​gartenmarkt/interview-new-work-auch-im-gartencenter/



TASPO GartenMarkt-New Work-Interview.docx

Redakteur




19. Juli 2018, 17:41

"Bullshit-Bingo der Digitalisierung" 01/2018 Autor: Karl-Heinz Dautz

Bullshit-Bingo der Digitalisierung
 
Wir haben gerade die diesjährige CCW (Call Center World) besucht. Wie jedes Branchenevent ist das ein „Klassentreffen“ der Fachleute unter sich. Eine eigene Welt mit eigener Terminologie und eigenem Selbstverständnis. Ich kenne viele Branchen und natürlich kann man das mehr oder weniger auf jede Branche übertragen. Aber diese Branche ist von einem Großteil der möglichen Zielgruppe bzw. vom Potential, von vielen Unternehmen kommunikativ meilenweit entfernt.
 
Dort werden inflationär Begriffe verwandt wir AI und KI (Künstliche Intelligenz), Machine Learning, Internet der Dinge (IOT), Customer Experience (CX), Workforce Management (WFM), Cloud, Customer Journey, Multi-Channel, Omni-Channel, Machine Learning, Convolutional Neural Network, Frontend, Backend und und und.
 
Mindestens außerhalb dieser Branche weiß wohl kaum jemand so genau was das für ihn, seinen Arbeitsplatz, sein Unternehmen jetzt und in naher Zukunft konkret bedeutet. Was ist (noch) Science Fiction und was kann ich heute schon konkret nutzen? Wo konkret kann ich was heute schon ertragswirksam einsetzen? Welche Basis, organisatorisch und infrastrukturell, benötigt ein Unternehmen, um das heute schon Mögliche auch zu nutzen? Wo haben die Entwicklungen, beispielsweise datenschutzrechtlich, heute schon Auswirkungen auf mein Unternehmen?
 
Wird Künstliche Intelligenz die menschliche Arbeitskraft kurz- und mittelfristig überflüssig machen? Ich sage deutlich nein! Es wird natürlich Veränderungen geben, aber Experten rechnen damit das frühestens 2040 / 2050 die Künstliche Intelligenz einen menschenähnlichen Entwicklungsstand erreicht haben könnte. Trotzdem ist der aktuelle Entwicklungsstand heute schon unterstützend einsetzbar. Sei es um Kosten zu senken oder einfach nur schneller oder effizienter zu werden oder Mitarbeiter zu unterstützen bzw. die Qualität zum Kunden zu verbessern - Künstliche Intelligenz als Assistenz des Menschen, nicht als Ersatz!
 
Schon 2013 hat das Ministerium für Bildung und Forschung ein Zukunftsbild für 2025 entworfen. Soweit weg ist das nicht mehr. (Quelle: https://www.bmbf.de/pub/​Zukunftsbild_Industrie_4.0.​pdf )
 
Im bisherigen Kabinett beschäftigten sich fast 500 Mitarbeiter in 76 Abteilungen mit der Digitalisierung. Auch im aktuellen Koalitionsvertrag nimmt das Thema einen großen Raum ein. (Quelle: https://ha-epaper.s4p-iapps.com/article/​752a566793ce4cc157713066a834​c959a8767b59d30ef5ac2a1cb24a​67fe9c0c)
Es geht um die Wettbewerbsfähigkeit jedes einzelnen Unternehmens in Deutschland.
 
„Derzeit weisen gerade einmal 22 Prozent aller befragten Unternehmen einen hohen Digitalisierungsgrad ihrer vertikalen und horizontalen Wertschöpfungsketten auf. In den nächsten fünf Jahren soll sich dieser Anteil auf ca. 83 Prozent vervierfachen. Prinzipiell vereinfacht die zunehmende Digitalisierung das Auslagern vieler Geschäftsprozesse entlang der Wertschöpfungsketten“
(Quelle: http://www.digitale-technologien.de/DT/​Redaktion/DE/Downloads/​Publikation/autonomik-40-studie-markttperspektiven-broschuere.pdf;​jsessionid=E410DEF71599ACAC6​8E0C93689C5B4F8?​blob=publicationFile&v=3 )
 
Haben Sie schon einen explizit für das Thema Verantwortlichen benannt? Gibt es schon ein vorbereitendes Projekt, welches sich mit diesem Thema beschäftigt – mit einem klaren Datum für den Beginn einer auf Ihr Unternehmen abgestimmten Digitalisierungsstrategie?
 
Im Übrigen ist das Thema Digitalisierung oder Industrie 4.0 absolute Chefsache. Denn zum einen betrifft die Digitalisierung direkt die Zukunft jedes Unternehmens zum anderen ist alles mit der Digitalisierung in Zusammenhang stehende auch unmittelbar Changemanagement bzw. hat mit tiefgreifenden Umstrukturierungen zu tun. Viele Entscheider fokussieren immer noch primär auf Kostensenkung. Dabei geht es in erster Linie um neue Geschäftsmodelle und nicht selten sogar um Existenzsicherung oder mindestens um den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit.
 
Gerade für KMUs wird Digitalisierung auch dadurch interessant, wenn Sie Teil eines größeren Wertschöpfungsprozesses sind. So könnten Kunden oder Lieferanten im Rahmen der Wertschöpfungskette die Einbindung in digitale Prozesse und damit in ein großes digitales Netzwerk fordern. Bereiten Sie sich darauf heute schon vor?
 
Was ist für Ihr Unternehmen heute schon machbar oder umsetzbar? Womit können Sie starten? Was ist heute schon technisch möglich und erprobt? Welche Vorrausetzungen sind notwendig?
Es ist nicht damit getan eine App zu entwickeln, einen Online-Shop oder einen Chatbot einzusetzen. Wie so oft ist ein zukunftsfähiges Gesamt-Konzept entscheidend für den Erfolg.
Für mich ist es unglaublich spannend, aktiv und gestaltend, als Zeitzeuge Teil der 4. Industriellen Revolution zu sein und die daraus resultierenden Chancen und Entwicklungen zu sehen und zu nutzen.

Sprechen Sie mich gerne als Ihren Digital-Lotsen an!

Karl-Heinz Dautz

Redakteur




19. Juli 2018, 13:39

TASPO Kolumne "Risikomanagement ist Chancenmanagement" Autor Karl-Heinz Dautz

veröffentlicht TASPO Gartenmarkt Nr. 27 07/2018


Risikomanagement ist Chancenmanagement

Beschäftigen Sie sich aktiv operativ und regelmäßig mit Risikomanagement in Ihrem Unternehmen? Überall schließen Einzelhandelsgeschäfte und andere Unternehmen Ihre Türen für immer. Als Gründe werden sehr oft äußere Umstände, Konzerne, Globalisierung, Cybervorfälle oder der Online-Handel genannt. Doch eigentlich ist es das Management, welches über Jahre das Risikomanagement vernachlässigt hat. Doch das Rheinische Grundgesetz „…es hett noch immer jot jejange...“ ist kein adäquates Mittel zum Risikomanagement.
Risikomanagement gehört zum Geschäft und fängt mit einer umfassenden Risikoanalyse an. Versicherbare Risiken lasse ich hier mal außen vor, weil hier die Versicherungsindustrie schon am Ball bleibt aufzuklären. Auch bei den Finanzrisken sind die meisten Unternehmen gut aufgestellt und informiert.
Auch profane infrastrukturelle Risiken sind meist gut organisiert. Wie wichtig ist Elektrizität oder Daten- und Tselefonleitungen? Gibt es vollkommen unabhängige Absicherungen über andere Verteilerkästen? Wie wichtig ist Ihre einzige Zufahrtsstraße, wenn Sie nicht mehr vorhanden ist?
Doch wie sieht es bei den Unternehmensrisken aus? Werden diese in Ihrem Unternehmen dokumentiert und berechnet? Wer ist der für das Betriebsergebnis oder den Produktionsprozess wichtigste Lieferant? Was passiert, wenn dieser von heute auf morgen unmittelbar ausfällt? Haben Sie einen Plan erarbeitet der ab morgen greift, damit es zu keiner Betriebsunterbrechung kommt? Ja, natürlich kann man sich auch gegen Betriebsunterbrechungen versichern, doch der Schaden ist am Ende meist erheblich größer als der monetär versicherbare.
Wann haben Sie die Bewertungskriterien zuletzt überprüft, wer Ihr wichtigster Kunde oder Lieferant ist? Sind dabei auch die Wichtigkeit für Ihre Prozessabläufe oder Wechselwirkungen im Verkauf beim Ausfall eines Lieferanten berücksichtigt?
Was ist geschäftlich Ihr wichtigstes Standbein? Ist es ein großer Kunde oder eine ganze Ziel- oder Kundengruppe? Was wenn diese innerhalb von wenigen Wochen oder Monaten ausfällt oder für Sie stark einbricht? Aktuelle Beispiele gibt es genügend über alle Branchen verteilt.
Wie wirkt sich ein IT- oder Systemausfall auf Ihr Geschäft aus? Sie haben eine USV und ein Backupsystem? Ok, haben Sie Sie auch wirklich schon mal den Ernstfall / Totalausfall des Servers geprobt und auf einem völlig neuen Server Ihr Backup hochgeladen? Hat es funktioniert?
Wissen Sie wirklich wer Ihr Wettbewerber ist? Oder aus welcher vielleicht völlig neuen Branche plötzlich der Wettbewerb kommt? Ich meine damit nicht nur den Wettbewerber in Ihrer Nachbarschaft, sondern aus der Hubschrauberperspektive auch „Wettbewerber“ wie Kundennutzen, Erwartungshaltungen, Trends, Digitalisierung, Gamechanger und Ähnliches.
Welche Marktentwicklungen könnten Ihrem Geschäft schaden? Wie sieht es mit rechtlichen Veränderungen aus? Welche Auswirkungen würde eine Beendigung der aktuellen Niedrigzinsphase haben, wenn beispielsweise die Refinanzierungszinsen um 3 oder 4 Prozentpunkte steigen. Denken Sie dabei auch „über Bande“, denn wenn es für Sie keine Auswirkungen hat dann hat es vielleicht Auswirkungen auf Ihre Kunden, Lieferanten oder Dienstleister?
Was geschieht, wenn einer Ihrer Mitarbeiter von heute auf morgen ausfällt? Können Sie denjenigen wirklich voll persönlich ersetzen, fachlich und zeitlich? Oder ist es gnadenlose Selbstüberschätzung? Jammern Sie nur oder haben Sie klares Konzept gestartet um dem Fachkräftemangel für Ihr Unternehmen zu begegnen?
Denn in der Risikoanalyse sind die meisten mittelständischen Unternehmen noch gut dabei. Aber wie wird mit den Erkenntnissen hieraus verfahren?
Oft wird wertvolle Zeit leichtfertig und unprofessionell verschenkt, weil die Erkenntnisse ignoriert werden oder weil die Entscheider denken, wenn das Problem da sei, könnten sie immer noch handeln. Denken Sie immer daran: für ein Risiko, welches Sie gerade erkannt haben, hat ein Wettbewerber vielleicht schon morgen eine Lösung zu Ihren Lasten!
Dabei ist eine Suche nach den Risiken immer auch eine Suche nach Chancen!
Durch das ernsthafte Auseinandersetzen mit den erkannten Risiken entsteht ein mentaler Druck der dazu führen kann sich auch mit „unmöglichen“ Maßnahmen und Szenarien auseinanderzusetzen. Dadurch entstehen nicht selten neue Geschäftsmodelle oder werden Marktchancen und Marktnischen erkannt.
Die Emotionalität und Anziehungskraft der „Grünen Branche“ weckt seit Jahren resultierend aus dem Risikomanagement anderer Branchen mehr und mehr Begehrlichkeiten Stück für Stück des Kuchens zu bekommen. Das Erkennen von gesellschaftlichen Veränderungen und Marktentwicklungen als Risiko und das Einleiten von Maßnahmen verschafft Ihnen nicht selten einen jahrelangen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Marktteilnehmern die das nicht oder nicht rechtzeitig getan haben.
Kaum etwas passiert wirklich plötzlich und überraschend! Oftmals sind die Vorboten und Anfänge über Jahre vorhanden und klar erkennbar. Es gibt Studien über zukünftige Marktentwicklungen, Megatrends, Wetterentwicklungen, Kaufverhalten, Auswirkungen der Digitalisierung oder beispielsweise Künstliche Intelligenz.
Beschäftigen Sie sich rechtzeitig damit und entwickeln Sie Handlungspläne! Auch die nächsten 10 Jahre sind schneller um als Sie denken! Und dann war wieder das Wetter verantwortlich!

Redakteur




19. Juli 2018, 13:36

TASPO Kolumne "Unternehmen als Schiff - eine Analogie" Autor Karl-Heinz Dautz

veröffentlicht TASPO Gartenmarkt Nr.14 04/2018

Unternehmen als Schiff - eine Analogie

Manchmal stehe ich so am Hafen und schaue auf das Geschehen welches sich mir bietet. Da fahren große Kreuzfahrer oder Containerriesen die nur mit Schlepperhilfe im Hafen navigieren können. Oder viele kleine Dienstleister, schnell und wendig als Fähren, Lotsen oder Schlepper. Aber ich sehe auch Traditionsschiffe die man gegen Eintritt besichtigen kann oder Boote die von den meist älteren Eignern nur noch am Wochenende zum Kaffeetrinken bei Sonnenschein genutzt werden.

Dabei kam mir schon oft der Gedanke wie ähnlich doch die Schifffahrt der Wirtschaft ist. Auf jedem Schiff gibt es eine strikte Organisation und strikte Abläufe, damit jeder immer weiß was er zu tun oder auch nicht zu tun hat. Sogar regelmäßig vorgeschriebene Übungen wie "Feuer im Schiff", "Maschinenausfall" oder "Mann über Bord" , um für solche und ähnliche Lagen vorbereitet zu sein. Dort gibt es einen Kapitän, einen ersten Offizier, einen Navigator, einen Smut oder Festmacher und viele andere Aufgaben. Manchmal holt man sich für schwierige Passagen einen Lotsen an Bord, der übrigens selber auch das Kapitänspatent haben muss.

Wenn eine Reise geplant wird, dann wird sie auf allen Stationen vorbereitet. Der Navigator prüft die verschiedenen Routenoptionen und holt den Wetterbericht ein. Der erste Offizier bereitet die Führungscrew vor und plant alle administrativen und juristischen Gegebenheiten. Der Smut kauft für die Reise die Verpflegung ein und andere wiederum bessern das Schiff aus oder reparieren hier und da. Die Maschinisten warten die Maschine und bunkern den Treibstoff. Ist der Ausguck im Mast-Top besetzt?


Kommt Ihnen manches in Ihrem Unternehmen bekannt vor? Auf was für einem Schiff sind Sie unterwegs? Ist Ihr Unternehmen eher ein Kreuzfahrer, ein Schlepper, ein Lotse oder arbeiten Sie auf einem Traditionsschiff? Ist Ihr Unternehmen das Schiff auf dem Sie nur noch zum Kaffeetrinken bei schönem Wetter verweilen oder das Traditionsschiff, auf dem Sie nur noch von Eintrittsgeldern leben?

Fahren Sie noch in neue und unbekannte Gewässer? Planen Sie Ihre Reisen in neue Sortimente und Märkte immer noch sorgfältig und im Team? Holen Sie sich bei Bedarf für unbekannte oder gefährliche Gewässer einen Lotsen an Bord? Sind alle Seekarten noch aktuell - auch Fahrrinnen und Seezeichen verändern sich oder verschwinden. Halten Sie genügend Ressourcen vor um das Schiff technisch und optisch in guten Zustand zu halten? Ist Ihr Schiff noch wendig genug für die neuen zu befahrenen Gewässer? Oder haben Sie durch zu viel Ballast an Bord zu viel Tiefgang und laufen Gefahr auf eine Untiefe zu fahren?

Üben Sie auch regelmäßig schwierige Situationen in Form von Risikomanagement oder haben Sie schon mal gefährliche Szenarien durchgespielt? Ihr Hauptprodukt oder Ihre Hauptdienstleistung wird nicht mehr nachgefragt, einer Ihrer wichtigsten Kollegen oder Mitarbeiter kann oder will nicht mehr im Team arbeiten? Ist Ihr Erster Offizier so gut ausgebildet, dass er das Schiff alleine sicher fahren könnte? Wie sieht es bei Ausfall des Smuts oder des Chef-Maschinisten aus? Haben Sie auch ein paar Seekadetten an Bord, von denen der eine oder andere mal wichtige Positionen ersetzen kann?

Auch Piraten sind in manchen Gebieten eine Gefahr! Kennen Sie die gefährlichen Gebiete und haben Sie sich gewappnet?

Wenn Sie nur noch im sicheren komfortablen Hafen liegen, haben Sie sich den Liegeplatz auch lange genug gesichert? Und wie heißt es so schön: "Ein Schiff ist im Hafen sicher - doch dafür wurde es nicht gebaut!" (J.A.Shedd)

Würde Ihr Schiff egal wo es im Hafen liegt oder auf welchen Meeren es unterwegs ist einen anständigen Sturm heil überstehen oder mit Mann und Maus untergehen?

Ich wünsche Ihnen immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und immer alle Mann an Bord!

Redakteur



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